Unerwartete Folgen…

… hatte mein letzter Blog-Beitrag über den rein männlich besetzten SZ-Schuber mit zehn Romanen der Weltliteratur. Wenn es auf Nacht und Tag einen neuen Beitrag gibt, poste ich das auch auf Twitter, Facebook und Instagram, wo sich sehr unmittelbar abzeichnet, ob ein Thema großen Anklang findet oder eher auf moderates Interesse stößt. In diesem Fall war das Interesse sofort sehr groß, ich habe so viele Nachrichten bekommen wie noch nie, darunter eine von Lisa Brammertz, die dem Ganzen, wie ich, einen eigenen „Schuber“ entgegensetzen und ein Foto mit zehn Romanen der Weltliteratur posten wollte – ausschließlich von Autorinnen. Wir dachten uns den Hashtag #autorinnenschuber aus, und in den nächsten Tagen posteten Hunderte Instagram-User*innen und etliche auf Facebook und Twitter ihre eigenen Stapel mit den Büchern von Autorinnen, die ihnen am wichtigsten sind, darunter zahlreiche Buchhändler*innen und Autor*innen und mehrere Verlage. „Unerwartete Folgen…“ weiterlesen

Welten der Wildheit und der Lebensfreude

„Zehn große Romane der Weltliteratur“, die „in keinem Bücherregal fehlen“ sollten – so kündigte die Süddeutsche Zeitung Ende Oktober in einer Anzeige ein neues Produkt an, das über ihren Onlineshop erhältlich ist. Das Besondere: Alle Autoren sind Männer. Und das ist reine Absicht, gezeigt werden soll nämlich, „wie vielseitig die Männerwelt wirklich ist“. Der Schuber mit dem wonnigen Titel Soulmates enthält allerlei zwischen Alexis Sorbas und Blade Runner. Satire? Leider nein. „Welten der Wildheit und der Lebensfreude“ weiterlesen

Autorinnen und das Vergessen – Alte Vorurteile und spannende Neuigkeiten

„Frauen haben früher eben einfach weniger geschrieben“ – das höre ich immer wieder, sogar von Programmverantwortlichen belletristischer Verlage, wenn ich sie darauf anspreche, dass sie in ihren Klassikerreihen kaum Werke von Autorinnen herausbringen. Auf die Behauptung, von Frauen gäbe es aus vergangenen Jahrhunderten ja leider kaum etwas, folgt meist einhelliges Nicken: Ja, leider, bedauerlich, aber ist nun mal so.

Nein, ist nicht so. „Autorinnen und das Vergessen – Alte Vorurteile und spannende Neuigkeiten“ weiterlesen

(Neu) zu entdeckende Autorinnen: Bücher für den Urlaub

Üblicherweise stelle ich hier Neuerscheinungen vor, aber auch in der Backlist (so heißt das im Buchhandel) gibt es viel Lesenswertes zu entdecken. In letzter Zeit habe ich viele tolle Romane großer bereits verstorbener Autorinnen gelesen, zum Beispiel von den Britinnen Barbara Pym und Muriel Spark, die gerade neu ins Deutsche übersetzt wurden. Von unvergesslichen Sommern handeln Françoise Sagans moderner Klassiker Bonjour Tristesse  und der erst wenige Jahre alte Roman Die Zufällige der in Deutschland noch viel zu unbekannten Schottin Ali Smith. Noch druckfrisch: Die von Michaela Karl verfasste, sehr unterhaltsame Biografie, die das glamouröse und dramatische Leben von Maeve Brennan erzählt, Autorin und Kolumnistin beim New Yorker, wo sie in den Vierzigerjahren auf Dorothy Parker folgte. „(Neu) zu entdeckende Autorinnen: Bücher für den Urlaub“ weiterlesen