Nicht ganz normal und nicht besonders beliebt

… so beschreibt sich die Protagonistin von Jane Gardams Roman Weit weg von Verona  gleich zu Beginn. Die mittlerweile neunzigjährige Autorin ist in Deutschland in den letzten Jahren mit ihrer Trilogie Ein untadeliger Mann, Eine treue Frau und Letzte Freunde bekannt geworden. Nun bringt der Hanser Berlin Verlag Gardams im Original bereits 1971 erschienenes Debüt heraus, von Isabel Bogdan ganz wunderbar ins Deutsche übersetzt. Continue reading „Nicht ganz normal und nicht besonders beliebt“

„Sagen wir einfach, wie es ist.“

„Wie erklärt man seinen Kindern, dass die meisten Beziehungen in ihren ersten Lebensjahren in die Brüche gehen, dass in dieser Zeit die Konflikte entstehen, die Unzufriedenheit, die Streitereien […]. Davor – bevor ihr kamt, mit offenen Mündern schreiend hungrig ewig wach – sprachen wir freundlich miteinander, gab es Liebe. Sorry, tut uns leid, aber ihr habt gefragt, und jetzt sagen wir einfach, wie es ist.“

Elternteile ist der dritte Roman der 1976 in Oslo geborenen Monica Isakstuen, für den sie vor zwei Jahren den Brage-Preis bekam, den wichtigsten Literaturpreis Norwegens. Es ist ein schonungslos offener Roman, Continue reading „„Sagen wir einfach, wie es ist.““

Unsichtbare Strömungen im Ozean

Was nie geschehen ist, das erste Buch der dreißigjährigen New Yorkerin Nadja Spiegelman, ist eine biographische Spurensuche der besonderen Art, die sich liest wie ein Roman und dabei so reflektiert und interessant ist wie ein Essay. Am Anfang dieser Suche stand der Wunsch der Autorin, ihre Mutter besser zu verstehen; am Ende der Gespräche, die Spiegelman mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter über Jahre hinweg führte, steht ein Buch, das seinesgleichen sucht. Continue reading „Unsichtbare Strömungen im Ozean“