Newsletter: Lieblingsromane 2023 und ein Blick ins nächste Jahr

Hoffentlich noch rechtzeitig zum Wünschen und Verschenken kommen hier meine Lieblingsromane des vergangenen Jahres. Beginnen tue ich aber mit einem Sachbuch, das mir in diesem Jahr besonders nachgegangen ist und das viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als es bekommen hat: „Lebewohl, Martha“, Die Geschichte der jüdischen Bewohner meines Hauses von Ingke Brodersen, erschienen im Kanon Verlag. Die Historikerin ist der Geschichte des Hauses nachgegangen, in dem sie lebt, einem Jahrhundertwendebau mit acht Parteien im Bayrischen Viertel Berlins. Sie erzählt von den vierundzwanzig jüdischen Bewohner*innen, die 1942 deportiert wurden, rekonstruiert ihr Leben und die Spuren, die nach der „eifrig schreddernden deutschen Nachkriegsgesellschaft“ von ihnen geblieben sind. Dabei gelingt ihr das Kunststück, sowohl mit respektvoller Distanz, als auch nah und persönlich zu berichten, was sie vorgefunden hat, was mit Sicherheit feststeht und worum es wahrscheinlich ergänzt werden muss. Ein beeindruckendes Buch, das durch den aufflammenden Antisemitismus in diesem Jahr eine traurige Aktualität bekommen hat. Umso dringender meine Empfehlung.

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Kurz und Knapp: Bücherfrühling 2021

In den letzten Monaten war auf dem Blog leider nicht viel los, weil ich an meinem eigenen Sachbuch gearbeitet habe, FRAUEN LITERATUR, das im September bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen wird – dazu bald mehr. Da dieser Bücherfrühling aber einer der spannendsten seit langem ist, wird es höchste Zeit, ein paar literarische Neuerscheinungen vorzustellen. Diesmal dabei: fünf deutsche Autorinnen, die sich Themen widmen, von denen bisher viel zu wenig geschrieben und gesprochen wurde, eine Übersetzung aus dem Koreanischen, für die dasselbe gilt, und eine sehr lesenswerte, frisch ins Deutsche übersetzte englische Wiederentdeckung. 

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