Ganz normale Frauen zwischen Drama und Selbstironie

„Mit jeder neuen Lebensphase stand man wieder bei Ikea, jede Hoffnung begann und endete dort.“ Das ist einer dieser wunderbaren Lucy-Fricke-Sätze, und er bringt auf den Punkt, was ihren neuen Roman Töchter ausmacht: Ihre Protagonistinnen, die nebenan wohnen könnten, reflektieren das Leben so klug wie ironisch, sie sind fast vierzig (die Autorin ist Jahrgang 1974), haben Herz und Verstand, und sie haben die ersten Verluste und Enttäuschungen des Lebens hinter sich. Continue reading „Ganz normale Frauen zwischen Drama und Selbstironie“

Ein Segeltörn übers Mittelmeer und die Frage, wer mit wem schlief

Zwei Paare auf einem Segeltörn durchs Mittelmeer, die Luft riecht salzig, die Wellen plätschern sanft gegen das Schiff, die Wanten klingeln an den Masten. Tagsüber trägt man nicht viel mehr als eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung, springt zur Abkühlung ins Meer und schaut dann den Handtüchern beim Trocknen zu, abends gibt es einen selbst gefangenen Fisch zu einem kühlen Glas Weißwein, während eine schwache Brise von den anderen Booten Gelächter herüber weht – kein Wunder, dass diese Geschichte von Vincent Almendros in Frankreich vor drei Jahren als „schönster Roman des Frühlings“ mit dem Prix Françoise Sagan ausgezeichnet wurde. Aber die Idylle trügt – sonst gäbe es schließlich nichts zu erzählen. Continue reading „Ein Segeltörn übers Mittelmeer und die Frage, wer mit wem schlief“