Ein ungeheures Unbehagen

Angelika Mechtels Roman Das gläserne Paradies erzählt von einer Bundesrepublik im Umbruch. Es ist 1971, die Jahre des Wiederaufbaus sind vorbei, das Wirtschaftswunder hat alle materiellen Grundbedürfnisse weitgehend erfüllt, es öffnet sich ein Raum für Ideale wie Selbstverwirklichung und Partizipation. Bei den Frauen, den Studierenden und Arbeiter*innen herrscht Aufbruchsstimmung. Man will weg vom Untertanengeist der Ära Adenauer und betreibt zusammen mit dem SPD-Bundeskanzler Willy Brandt die Modernisierung, Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft. Gleichzeitig formieren sich konservative Gegenbewegungen, beispielsweise mit der Gründung der NPD. Genau von diesen Verschiebungen und Verwerfungen in der Gesellschaft erzählt Angelika Mechtel anhand der Familie Born. Ursprünglich erschienen 1973, legen wir Das gläserne Paradies nun in der Reihe rororo Entdeckungen neu auf.

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Kurz und knapp: Drei Höhepunkte aus dem Juli

In meinen freien Sommerwochen habe ich mal keine Neuerscheinungen gelesen, sondern Bücher, die schon länger im Regal auf ihren Einsatz warteten. Von dem Riesenstapel, den ich mit auf die Insel genommen habe, ist ungefähr die Hälfte nach spätestens hundert Seiten auf den „Abgebrochen“-Stapel gewandert, von den durchgelesenen haben diese drei es mir ganz besonders angetan: „Kurz und knapp: Drei Höhepunkte aus dem Juli“ weiterlesen