Ein ungeheures Unbehagen

Angelika Mechtels Roman Das gläserne Paradies erzählt von einer Bundesrepublik im Umbruch. Es ist 1971, die Jahre des Wiederaufbaus sind vorbei, das Wirtschaftswunder hat alle materiellen Grundbedürfnisse weitgehend erfüllt, es öffnet sich ein Raum für Ideale wie Selbstverwirklichung und Partizipation. Bei den Frauen, den Studierenden und Arbeiter*innen herrscht Aufbruchsstimmung. Man will weg vom Untertanengeist der Ära Adenauer und betreibt zusammen mit dem SPD-Bundeskanzler Willy Brandt die Modernisierung, Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft. Gleichzeitig formieren sich konservative Gegenbewegungen, beispielsweise mit der Gründung der NPD. Genau von diesen Verschiebungen und Verwerfungen in der Gesellschaft erzählt Angelika Mechtel anhand der Familie Born. Ursprünglich erschienen 1973, legen wir Das gläserne Paradies nun in der Reihe rororo Entdeckungen neu auf.

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