Nichts ist schwarz-weiß

Als der New Yorker Ende 2017 die erste Short Story der 1982 geborenen Kristen Roupenian veröffentlichte, erlebten die Zeitschrift und die bis dahin unbekannte Autorin einen viralen Hype, den es auf literarischem Gebiet so noch nicht gegeben hatte: „Cat Person“ wurde so oft geteilt und geklickt wie keine Kurzgeschichte zuvor und zur „meistdiskutierten Short Story aller Zeiten“ (Guardian). Das hatte zwei Gründe: Sie ist richtig gut. Und Gegenstand der Geschichte ist eine mehr oder weniger freiwillige sexuelle Begegnung zwischen Mann und Frau, die es schwer macht zu entscheiden, wer wem übel mitspielt. Den Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte das Magazin klug gewählt: kurz nach den Weinstein-Enthüllungen. „Nichts ist schwarz-weiß“ weiterlesen

Es ist was faul im deutschen Feuilleton

Ich bespreche auf meinem Blog fast nur Literatur von Frauen, denn die ist im Feuilleton unterrepräsentiert. Neben positiven Rückmeldungen höre ich dazu immer wieder zwei Kommentare: „Das Geschlecht spielt für mich bei der Auswahl von Büchern gar keine Rolle“ und „Muss denn immer alles Fifty-fifty sein?“ – Der Versuch einer Antwort, die dem Thema gerecht wird.

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